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Kanban: von der Produktionssteuerung zur agilen Methode

Das Kanban-System oder auch Kanban-Prinzip hat sich hinsichtlich seiner Anwendung uns seines Einsatzbereiches seit der ersten Entwicklung stark verändert. Es lässt sich auf verschiedene Arbeitsbereiche in unterschiedlichen Branchen übertragen. Die Prinzipien bleiben gleich, nur die Praktiken ändern sich. Sie erfahren in diesem Artikel, wie Kanban entstand und welche Einsatzmöglichkeiten es heute gibt. Es hat sich nämlich neben Scrum zur am weitesten verbreiteten agilen Methode entwickelt.

 

Entwicklung des Kanban-Systems für Produktion und Logistik

Das Kanban-System hat seinen Ursprung in den Bereichen Produktion und Logistik. Es wurde 1947 von Taiichi Ohno entwickelt und in der Toyota Motor Corporation eingesetzt. Es handelt sich um ein System zur Steuerung des Materialflusses und der Produktion. Die Steuerung basiert auf dem Pull-Prinzip. Das bedeutet, dass eine Aufgabe erst durchgeführt wird, wenn sie erforderlich ist. Eine Bestellung wird zum Beispiel nur ausgelöst, wenn der Artikel benötigt wird (Just-in-time Produktion). Um die Durchlaufzeiten zu verbessern, werden Aufträge nacheinander abgearbeitet und nicht parallel.

 

Das Kanban-System wurde mit dem Ziel entwickelt die Effizienz zu steigern und dadurch einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erhalten. Zusätzlich wird Überproduktion vermieden, was zur Folge hat, dass gleichzeitig weniger Lagerfläche benötigt wird. Weitere Vorteile sind kürzere Lieferzeiten und eine Reduzierung des Planungsaufwandes. Ein wichtiges Instrument des Kanban-Systems ist die Visualisierung der Prozesse mithilfe eines Boards.

 

Kanban-Prinzip in der Softwareentwicklung

David J. Anderson übertrug das Prinzip Anfang der 2000er Jahre auf die Softwareentwicklung. Er machte während seiner Arbeit die Erfahrung, dass es schwierig ist Unternehmen von Entwicklungsmaßnahmen zu überzeugen, die umfassende und grundlegende Veränderungen der Organisation erforderlich machen. Er suchte also nach einer Managementmethode, die ohne großen Aufwand auch in Teilbereichen eingesetzt werden kann. Mit Kanban fand er die Lösung. (Quelle: Interview)

 

Durch das Kanban-Prinzip werden permanent kleine Verbesserungen an Prozessen vorgenommen, ohne die gesamte Organisation neu strukturieren zu müssen. Zusätzlich lässt es sich gut mit anderen Managementmethoden kombinieren. Grundannahme ist nach wie vor wie im Toyota Beispiel die Begrenzung der Aufgaben nach dem Pull-Prinzip. Die vier Grundprinzipien nach Anderson besagen, dass man:

  • dort beginnen muss, wo man sich gerade befindet.
  • inkrementelle und evolutionäre Veränderung anstreben soll.
  • an bestehende Rollen und Prozesse anknüpfen und diese respektieren muss.
  • Leadership auf allen Ebenen der Organisation fördern soll.

 

Kanban als agile Methode

Mittlerweile hat sich Kanban zu einer agilen Methode entwickelt, die im Bereich der Wissensarbeit eingesetzt wird und Arbeitsabläufe flexibler macht. Neben der Softwareentwicklung wird Kanban in vielfältigen Geschäftsbereichen unterschiedlicher Branchen angewendet. Es dient der Verbesserung von Services für den Nutzer. Außerdem hilft es, die Produktivität von Teams zu verbessern und diese kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Prinzip dahinter lautet weiterhin: Eine Begrenzung der Aufgaben führt zu kürzeren Durchlaufzeiten. Das wichtigste Werkzeug ist das Kanban-Board. Wie das funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel: Das Kanban-Board - einfach und effizient.

 

Möchten Sie Kanban einführen oder mehr über die agile Methode erfahren? Sprechen Sie uns an!

 

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